← Mittel

Mittel · Setz- und Ablegespiel mit Einsätzen

Michigan

auch Boodle, Stops oder Chicago genannt
3–8 Leute~30 MinSchwierigkeit ●●

Darum geht's: Du setzt Chips auf vier Karten, die offen in der Mitte liegen. Gleichzeitig versuchst du, als Erster alle deine Handkarten loszuwerden. Das machst du, indem du Farbreihen anlegst: Karten derselben Farbe, die du der Reihe nach ablegst.

Kurz erklärt

Boodle-Karten
Die vier Karten Ass, König, Dame und Bube derselben Farbe. Sie liegen zu Beginn offen in der Mitte. Alle Spieler setzen Chips auf sie.
Farbreihe
Eine Folge von Karten derselben Farbe. Sie wird der Reihe nach gelegt: Ass, dann 2, 3 und so weiter bis zum König.
Stopp
Der Moment, in dem niemand die nötige nächsthöhere Karte einer Farbreihe besitzt. Die Reihe endet dort, und der letzte Spieler beginnt sofort eine neue Reihe.
Kitty
Die übrig gebliebenen Karten, wenn sich das Kartenspiel nicht gleichmäßig auf alle Spieler verteilen lässt. Sie kommen verdeckt in die Mitte.

Was du brauchst

Du brauchst ein normales Blatt mit 52 Karten zum Spielen. Dazu kommen vier weitere Karten aus einem zweiten Blatt: Ass, König, Dame und Bube derselben Farbe. Diese vier Karten mischst du nicht ins Spielblatt. Sie liegen separat als Auslage in der Mitte. Außerdem braucht jeder Spieler die gleiche Anzahl Spielchips. Das können auch Münzen oder andere kleine Einsatzstücke sein. Michigan spielt ihr zu 3 bis 8 Personen.

Aufbau und Austeilen

Legt die vier Boodle-Karten offen nebeneinander in die Tischmitte. Jeder Spieler verteilt jetzt eine vorher vereinbarte Anzahl Chips, zum Beispiel vier Stück, beliebig auf diese vier Karten. Das ist der Einsatz-Topf dieser Runde. Danach mischt der Geber, die Person, die austeilt, das normale 52er-Blatt. Er verteilt reihum eine Karte nach der anderen an alle Spieler, bis der Stapel leer ist. Lässt sich die Kartenzahl nicht gleichmäßig aufteilen? Dann bilden die übrig gebliebenen Karten eine verdeckte Extra-Hand, die Kitty. Der Geber darf sich die Kitty ansehen. Er darf sie komplett gegen seine eigene Hand tauschen, wenn er möchte. Der Spieler links vom Geber beginnt.

So läuft eine Runde

  1. Der beginnende Spieler legt eine beliebige Karte aus seiner Hand offen in die Mitte. Damit eröffnet er eine neue Farbreihe.
  2. Reihum spielt jeder Spieler, der die nächsthöhere Karte derselben Farbe hat, diese Karte offen dazu. So ist die Reihenfolge innerhalb einer Farbe: Ass ist die niedrigste Karte, dann kommt 2, 3 und so weiter bis zum König als höchste Karte.
  3. Passt eine gerade gespielte Karte genau zu einer der vier Boodle-Karten in der Mitte? Das heißt: gleicher Wert und gleiche Farbe. Dann nimmt der Spieler sofort alle Chips an sich, die auf dieser Boodle-Karte liegen.
  4. Kann niemand die benötigte nächsthöhere Karte legen? Dann entsteht ein Stopp. Der Spieler, der die zuletzt gültige Karte gelegt hat, eröffnet sofort, noch im selben Zug, eine neue Farbreihe. Dafür nimmt er eine beliebige andere Karte aus seiner Hand.
  5. So geht es weiter, bis ein Spieler keine Handkarten mehr hat. Die Runde endet in diesem Moment sofort. Das gilt auch, wenn andere Spieler noch Karten auf der Hand halten.

Punkte und Gewinnen

Wer zuerst alle Handkarten losgeworden ist, gewinnt die Runde. Das eigentliche Ziel ist aber ein anderes: Über mehrere Runden möglichst viele Chips sammeln. Manchmal wird eine Boodle-Karte in einer Runde nicht getroffen. Das passiert zum Beispiel, wenn die passende Karte in einer nicht genutzten Kitty lag, oder einfach nie an der Reihe war. Dann bleiben die Chips auf dieser Karte liegen. In der nächsten Runde wachsen sie weiter an. Vorher legt ihr fest, wie viele Runden ihr spielt. Oder das Spiel endet, sobald ein Spieler keine Chips mehr hat. Am Ende gewinnt, wer die meisten Chips gesammelt hat.

Sonderregeln und Sonderfälle

  • Das Ass zählt in der Farbreihe immer als niedrigste Karte, niemals als hohe. Die Reihenfolge ist also Ass, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König.
  • Nach dem König einer Farbe kann keine höhere Karte mehr folgen. Das ist automatisch ein Stopp.
  • Nutzt der Geber die Kitty nicht? Dann bleiben deren Karten für die ganze Runde komplett aus dem Spiel. Niemand kann sie legen.
  • Liegt die passende Karte zu einer Boodle-Karte unbenutzt in der Kitty? Dann bleiben die Chips auf dieser Boodle-Karte diese Runde einfach liegen. Niemand gewinnt sie.
  • Haben am Spielende zwei Spieler gleich viele Chips? Dann teilen sie sich den Sieg. Oder ihr spielt eine zusätzliche Runde zur Entscheidung.
  • Es gibt auch andere Varianten: Unter dem Namen Chicago spielt ihr mit fest vorgegebenen Werten für die Boodle-Karten. Unter dem Namen Stops spielt ihr ganz ohne Chip-Einsatz, nur zum Zeitvertreib.
Beispielrunde

Fünf Personen spielen Michigan. Die Boodle-Karten in der Mitte sind Herz Ass, Herz König, Herz Dame und Herz Bube. Jeder setzt vier Chips beliebig auf diese vier Karten. Nach dem Mischen und Austeilen bleiben zwei Karten übrig. Sie bilden die Kitty. Geber Paul schaut sich die Kitty an. Er findet sie aber schlechter als seine eigene Hand und behält seine Karten. Links von Paul beginnt Lena. Sie legt Karo 5 offen aus. Ihr Nachbar hat Karo 6 und legt sie dazu. Der nächste Spieler hat Karo 7, auch die kommt dazu. Niemand hat die Karo 8. Also entsteht genau dort ein Stopp. Der Spieler, der die Karo 7 gelegt hat, eröffnet direkt eine neue Reihe, diesmal mit Pik Ass. Später im Spiel legt ein Spieler die Herz Dame. Das ist genau eine der vier Boodle-Karten. Er kassiert also sofort alle Chips, die dort liegen. Das Spiel geht weiter, bis Lena als Erste keine Karten mehr auf der Hand hat. Die Runde endet in diesem Moment sofort.

Kleiner Tipp

Verteile deine Chips zu Beginn nicht nur auf eine einzige Boodle-Karte. Setz sie etwas breiter, dann hast du auch bei ungünstigen Karten noch Chancen. Behalte im Blick, welche Farbe gerade offen ist. Prüfe auch, ob du die passende nächste Karte selbst hältst. Das hilft dir einzuschätzen, wann ein Stopp kommt. Löst du einen Stopp aus, wähle die neue Farbe klug. Am besten eine, in der du noch mehrere niedrige Karten auf der Hand hast. Versuch, deine hohen Einzelkarten früh loszuwerden. Sie blockieren dich oft lange, bevor du sie überhaupt anlegen kannst.