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Mittel · Kartenspiel mit geheimen Extra-Regeln

Mao

Das Mau-Mau mit den Geheimregeln
3–7 Leute~25 MinSchwierigkeit ●●

Darum geht's: Du willst als Erster alle Karten loswerden. Mao ist bekannt für geheime Extra-Regeln. Erfahrene Gruppen bauen diese oft ein. Neue Spieler erraten sie meistens nur, weil sie dafür bestraft werden.

Kurz erklärt

Ablagestapel
Der Ablagestapel ist der offene Stapel in der Mitte. Reihum legen die Spieler dort Karten drauf.
Nachziehstapel
Der Nachziehstapel ist der verdeckte Kartenstapel. Von hier ziehst du, wenn du keine passende Karte legen kannst.
Mao-Ruf
Der Mao-Ruf ist der Ausruf „Mao“. Du musst ihn sagen, sobald du deine letzte Karte ablegst.
Strafkarten
Strafkarten sind zusätzliche Karten. Du musst sie ziehen, wenn du gegen eine Regel verstößt, zum Beispiel wenn du redest, obwohl das nicht erlaubt ist.
Farbwahl
Die Farbwahl ist das Recht, beim Spielen eines Asses die nächste geforderte Farbe frei zu bestimmen.

Was du brauchst

Du brauchst ein normales Blatt mit 52 Karten und 3 bis 7 Spieler. Mao lebt normalerweise davon, dass unerfahrene Spieler die genauen Regeln vorher nicht kennen. Sie entdecken sie erst durch Strafen im Spiel. Diese Anleitung erklärt dir trotzdem alle Grundregeln offen. So kannst du von Anfang an vollständig mitspielen.

Aufbau und Austeilen

Der Kartengeber teilt jedem Spieler 7 Karten aus, eine nach der anderen. Die restlichen Karten kommen verdeckt als Nachziehstapel in die Mitte. Die oberste Karte von diesem Stapel wird umgedreht und offen daneben gelegt. Das ist der Beginn des Ablagestapels. Der Spieler links vom Kartengeber beginnt. Danach geht das Spiel im Uhrzeigersinn weiter, außer eine Karte dreht die Richtung um.

So läuft eine Runde

  1. Bist du an der Reihe, legst du eine Karte von deiner Hand auf den Ablagestapel. Diese Karte muss entweder die gleiche Farbe oder den gleichen Wert haben wie die oberste Karte dort.
  2. Hast du keine passende Karte, ziehst du eine Karte vom Nachziehstapel. Passt die gezogene Karte, darfst du sie sofort ablegen. Passt sie nicht, ist der nächste Spieler an der Reihe.
  3. Spielst du eine 2, muss der nächste Spieler 2 Karten vom Nachziehstapel ziehen und aussetzen.
  4. Spielst du eine 8, wird der nächste Spieler übersprungen. Er ist dann nicht an der Reihe.
  5. Spielst du einen Buben, dreht sich die Spielrichtung um. Aus im Uhrzeigersinn wird gegen den Uhrzeigersinn, und umgekehrt.
  6. Spielst du ein Ass, darfst du frei bestimmen, welche Farbe als Nächstes gefordert wird. Das gilt unabhängig von der Farbe des Asses selbst.
  7. Während der ganzen Runde darfst du grundsätzlich nicht sprechen. Es gibt nur zwei Pflichtansagen: Hast du nur noch eine Karte auf der Hand, musst du sofort „eine Karte“ sagen. Legst du deine letzte Karte ab, musst du dabei „Mao“ rufen.
  8. Verstößt ein Spieler gegen eine dieser Regeln, zum Beispiel durch Reden, eine vergessene Ansage oder falsches Ablegen, muss er zur Strafe 2 Karten vom Nachziehstapel ziehen. Die anderen Spieler weisen meist nur durch die Strafe auf den Fehler hin, ohne ihn zu erklären.
  9. Wird der Nachziehstapel leer, mischt man den Ablagestapel neu, bis auf die oberste Karte. Diesen neu gemischten Stapel benutzt man dann als neuen Nachziehstapel.

Punkte und Gewinnen

Wer als Erster alle Karten von der Hand losgeworden ist und dabei korrekt „Mao“ gerufen hat, gewinnt die Runde. Legt ein Spieler seine letzte Karte ab, vergisst aber den Ruf, muss er 2 Strafkarten ziehen. Er ist damit noch nicht fertig. Wollt ihr eine Rangfolge unter allen Spielern ermitteln, spielt ihr einfach weiter, bis nur noch ein Spieler Karten auf der Hand hat. Dieser Spieler landet auf dem letzten Platz.

Sonderregeln und Sonderfälle

  • Traditionell fügen erfahrene Gruppen dem Grundspiel weitere geheime Regeln hinzu, zum Beispiel besondere Ansagen bei bestimmten Karten. Neue Spieler erfahren diese Zusatzregeln nicht vorher. Sie merken sie nur, wenn sie bei einem Verstoß Strafkarten ziehen. Für deine ersten Runden reichen die hier beschriebenen Grundregeln völlig aus.
  • Ist unklar, ob wirklich ein Regelverstoß vorlag, entscheidet die Mehrheit der Spieler am Tisch. Bei Uneinigkeit wird im Zweifel keine Strafe vergeben.
  • Manche Gruppen spielen zusätzlich: Eine Dame zwingt den nächsten Spieler, vor seinem Zug höflich „bitte“ zu sagen. Legt solche Erweiterungen vorher offen fest, wenn ihr mit Anfängern spielt.
  • Spielt ihr mit strikter Stille, könnt ihr vorab festlegen, dass kurze, sachliche Hinweise wie „du bist dran“ trotzdem erlaubt bleiben.
Beispielrunde

Vier Spieler bekommen je 7 Karten. Die aufgedeckte Startkarte ist die Herz 6. Der erste Spieler legt die Herz Dame, weil die Farbe passt. Der zweite Spieler hat keine Herz Karte und keine Dame. Er zieht deshalb eine Karte vom Nachziehstapel, zieht die Pik Dame und darf sie sofort ablegen, weil der Wert passt. Der dritte Spieler legt die Pik 8 und überspringt damit den vierten Spieler. Der erste Spieler ist also erneut dran und legt ein Ass. Dabei bestimmt er Karo als neue geforderte Farbe. Der zweite Spieler hat nur noch eine Karte auf der Hand und muss sofort „eine Karte“ rufen, sonst würde er später bestraft. Er legt seine letzte Karte, die Karo 10, und ruft dabei laut „Mao“. Damit hat er alle Karten losgeworden und die Runde gewonnen. Die anderen drei spielen optional weiter, um die Reihenfolge der restlichen Plätze zu klären.

Kleiner Tipp

Sag die Pflichtansagen „eine Karte“ und „Mao“ immer sofort und deutlich. Vergessene Ansagen sind der häufigste Grund für Strafkarten. Beobachte genau, welche Karten schon gespielt wurden. So weißt du, welche Farben und Werte noch im Spiel sind. Halte dich in den ersten Runden strikt an die Stille, wenn es nicht gerade eine Pflichtansage ist. Unnötiges Reden ist die häufigste Anfängerfalle. Sprecht mit eurer Gruppe vorher ab, ob ihr nur mit den Grundregeln spielt oder zusätzliche geheime Regeln einbaut.