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Leicht · Kartenreihe geschickt zusammenschieben

Ziehharmonika

auch Akkordeon-Patience genannt
1 Person~15 MinSchwierigkeit ●●

Darum geht's: Du legst Karten in einer Reihe aus. Karten, die zueinander passen, schiebst du übereinander. Dein Ziel: Am Ende sollen möglichst wenige Stapel übrig bleiben.

Kurz erklärt

Stapel
Ein Platz in der Reihe. Am Anfang liegt dort nur eine Karte, später können mehrere Karten übereinander liegen. Nur die oberste Karte zählt für weitere Züge.
Zug
Ein Stapel wird auf einen anderen Stapel geschoben, weil die oberste Karte im Rang oder in der Farbe zur obersten Karte vom Zielstapel passt.
Farbe
Gemeint ist die Kartenfarbe im Sinn von Kreuz, Pik, Herz oder Karo, nicht die Farbe Rot oder Schwarz.
Rang
Der Wert einer Karte, zum Beispiel eine 7 oder ein Bube, unabhängig von der Farbe.
Verschmelzen
Wenn ein Stapel auf einen anderen geschoben wird, wachsen beide zu einem einzigen Stapel zusammen und rücken als Einheit weiter.

Was du brauchst

Du brauchst ein normales Blatt mit 52 Karten, ohne Joker, und etwas Platz auf dem Tisch für eine Reihe von Kartenstapeln. Die Ziehharmonika-Patience spielst du allein.

Aufbau und Austeilen

Misch das ganze Blatt und leg es verdeckt als Stapel vor dich hin, das ist dein Vorrat. Es gibt keinen festen Startaufbau wie bei anderen Patiencen. Stattdessen deckst du die Karten während des Spiels nacheinander auf und legst sie von links nach rechts in eine Reihe. Jede neu aufgedeckte Karte bildet zuerst einen eigenen, neuen Stapel ganz rechts in der Reihe. Wird die Reihe zu lang für den Tisch, kannst du sie einfach nach unten knicken und in einer zweiten Zeile weiterlegen, das ändert nichts an der Reihenfolge der Stapel und erklärt auch den Namen des Spiels.

So läuft eine Runde

  1. Deck die oberste Karte deines Vorrats auf und leg sie als neuen Stapel ganz rechts an die Reihe an.
  2. Prüf, ob dieser neue Stapel auf einen anderen Stapel geschoben werden darf. Das ist erlaubt, wenn die oberste Karte des neuen Stapels entweder im Rang oder in der Farbe zur obersten Karte genau eines Stapels passt, der entweder genau eine Position weiter links liegt oder genau drei Positionen weiter links liegt.
  3. Ist so ein Zug möglich, darfst du ihn machen, musst aber nicht. Schiebst du den Stapel, legt er sich oben auf den Zielstapel, beide werden ab sofort als ein einziger Stapel behandelt, und alle Stapel rechts von der freigewordenen Lücke rücken um eine Position nach links auf.
  4. Nach jedem Zug prüfst du erneut, ob durch die neue Reihenfolge weitere Züge möglich geworden sind, und führst diese ebenfalls aus, wenn du wichtige Züge nicht verpassen willst.
  5. Sind keine weiteren Züge mehr möglich, oder möchtest du keinen der möglichen Züge nutzen, deckst du die nächste Karte deines Vorrats auf und legst sie wieder als neuen Stapel ganz rechts an.
  6. Das Spiel geht so lange weiter, bis der gesamte Vorrat aufgedeckt ist und keine Züge mehr möglich sind.

Punkte und Gewinnen

Der seltene, perfekte Gewinn ist es, alle 52 Karten am Ende zu einem einzigen Stapel zusammenzuschieben, das gelingt fast nie. Normalerweise zählst du am Ende einfach, wie viele Stapel noch übrig liegen. Je weniger Stapel am Ende auf dem Tisch liegen, desto besser war die Runde. Du kannst mehrere Runden hintereinander spielen und versuchen, deine eigene beste Stapelzahl zu unterbieten.

Sonderregeln und Sonderfälle

  • Ein Zug ist immer nur genau eine Position weiter links oder genau drei Positionen weiter links erlaubt, niemals zwei Positionen und niemals weiter als drei.
  • Hätte ein Stapel sowohl eine Position als auch drei Positionen weiter links einen passenden Zielstapel, darfst du frei wählen, welchen Zug du machst.
  • Für den Vergleich zählt bei einem bereits verschmolzenen Stapel immer nur die oberste, sichtbare Karte, die darunterliegenden Karten spielen für Rang- oder Farbvergleiche keine Rolle mehr.
  • Es gibt keinen Nachziehstapel im klassischen Sinn, sobald der Vorrat aufgebraucht ist und keine Züge mehr möglich sind, ist die Runde automatisch beendet.
  • Es gibt kein Unentschieden und keinen Gegner, jede Runde bewertest du nur an der eigenen Stapelzahl.
Beispielrunde

Du deckst nacheinander vier Karten auf und legst sie in eine Reihe: Stapel 1 ist Kreuz Bube, Stapel 2 ist Herz 8, Stapel 3 ist Kreuz 3, Stapel 4 ist Pik Bube. Stapel 4 liegt genau drei Positionen von Stapel 1 entfernt, und beide obersten Karten sind ein Bube, also passt der Rang. Du schiebst Stapel 4 auf Stapel 1. Jetzt bleiben nur noch drei Stapel übrig: Stapel 1 ist jetzt der verschmolzene Stapel mit der Pik Bube oben, Stapel 2 ist weiterhin Herz 8, Stapel 3 ist weiterhin Kreuz 3. Du prüfst noch einmal, findest aber keinen weiteren möglichen Zug, und deckst die nächste Karte auf: Kreuz 8, die wird neuer Stapel 4. Stapel 4 liegt genau eine Position von Stapel 3 entfernt, Kreuz 8 und Kreuz 3 haben beide die Farbe Kreuz, also passt das. Du schiebst Stapel 4 auf Stapel 3. Jetzt liegen nur noch drei Stapel in der Reihe. So geht es weiter, bis der gesamte Vorrat aufgedeckt ist und du am Ende zählst, wie viele Stapel übrig geblieben sind.

Kleiner Tipp

Schieb nicht automatisch jeden möglichen Zug sofort, manchmal lohnt es sich, einen kleinen Stapel stehen zu lassen, weil später eine bessere passende Karte auftauchen könnte. Behalte vor allem die oberste Karte jedes Stapels im Blick, nur sie zählt für neue Züge. Üb zuerst mit offen sichtbarem gesamten Blatt, damit du die Abstände von eins und drei Positionen sicher erkennst. Eine Runde ist recht kurz, deshalb hilft mehrfaches Spielen, ein Gefühl für gute Reihenfolgen zu bekommen.